| Beifänger Drilling |
|
| Fliegenmuster selbst gebunden - Fliegen aus Resten | |
| Geschrieben von: Rosi | |
| Montag, den 13. Februar 2012 um 20:48 Uhr | |
|
Wer längere Zeit fliegen bindet, wird bald auf einem Haufen Federn sitzen. Um Platz zu schaffen, binde ich Beifänger daraus. Hier ein größeres Exemplar zum Dorsch angeln vom Boot aus. Er wird ca 80cm über dem Pilker mit einer kurzen (8cm) Mundschnur am Vorfach befestigt. (Lindemanns Loop) Materialliste: Je größer der Drilling, um so länger muß das Material sein. Ich habe nun die falschen Spey Hecheln verarbeitet. (Foto1) Das ist vielleicht ein Zeug! Man müßte es der Dame um die Ohren hauen, welche auf dem Katalog lächelnd die Forellen im Arm wiegt. Das sind billigste Gänsefedern. Die Dorsche stört das zum Glück nicht. Den Flaum muß man entfernen. Die so bereinigten Gänsefedern werden zuerst eingebunden, als stabiler Halt und Farbtupfer. Foto 3 zeigt den Flaum am Kiel echter Spey Hecheln. Er besteht aus langen, gleichmäßigen, weichen Fiberchen und gibt die Füllung. Drilling in den Bindestock stecken, Grundwicklung legen und je nach Qualität 3-6 Federn einbinden. Also von jeder Seite immer gleiche Anzahl. Dann kommt der Flaum aus dem Spey Balg darüber. Hier reicht je eine Feder, von der das Ende frei gezupft wird. Der Flaum muß ab, sonst wird der Kopf zu dick. (Foto2 unten) Es folgen 6 Fibern Pfaugras, 6 Streifen schimmerndes Tinsel (jeweils 2 von jeder Seite)(Foto3 unten) 3 Hecheln aus einem Hahnenbalg hier in grizzly und etwas feines Tinsel. Foto4 unten. Nun wird der zukünftige Kopf vorsorglich lackiert. In den feuchten Lack binde ich danach 3 Büschel weißes Marabou. Von jeder Seite eins. Bei so großen Haken muß es Strong sein, langes, gleichmäßiges Marabou. Es läßt sich sehr gleichmäßig abschneiden und sauber verarbeiten. (Foto 5 unten) Nichts darf über das Öhr stehen. Es folgen ein paar Haare aus einem Rest Bucktail. Die Haare sollten sehr lang sein. Bucktail spannt sich wie Rehhaar, wenn man es fest anzieht. Es liegt dadurch nicht auf dem Marabou, sondern etwas abgespreizt. Auch hier muß man auf einen sauberen Schnitt achten. Foto6 zeigt den fertig gebundenen Kopf. Alles Material ist darunter versteckt. Nichts steht über dem Öhr. Nun trage ich den Rutenlack auf. Dieser zieht in das Baumwollgarn ein. Das nur noch feuchte Garn kann man vorsichtig formen und den Schniepel vom Knoten verstecken. Es folgt eine weitere Lackierung. Den feuchten Kopf in den Glitter stecken und über einem Papierkorb abschütteln. Antrocknen lassen und mit farblosem Nagellack den Glitter überstreichen. Den Vorgang kann man wiederholen, hab ich hier jedoch nicht gebraucht. l Noch ein paar Varianten mit Schlappenfedern, Straußenfibern und rotem Nagellack.
|



